Manche an MS Erkrankte verarbeiten den Umgang mit ihrer Erkrankung auf kreative Art und Weise, weil ihnen im ersten „Schock“ nach der Diagnose die richtigen Worte oder auch Gesprächspartner fehlen. So werden Bücher geschrieben oder Blogs online gestellt, die anderen Betroffenen Mut machen, weil sie aufzeigen, wie andere ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen haben. Sie müssen nicht gleich zum Buchautor werden. Vielleicht finden Sie andere Formen, sich mitzuteilen oder auszudrücken. Möglicherweise entdecken Sie dabei Stärken in sich, die Sie selbst noch nie wahrgenommen haben.

Oder Sie besinnen sich auf die schönen Dinge, die Ihnen Freude im Alltag bereiten. Gehen Sie mit Ihrer Kamera raus in die Natur und entdecken Sie die kleinen Dinge, die sonst eher übersehen werden. Halten Sie diese Augenblicke für sich – und vielleicht auch andere?! – fest, dann können Sie sich auch später wieder daran erinnern und erfreuen. Oder wie wäre es mit Bleistift und Papier oder gar einer Leinwand statt der Kamera? Werden Sie kreativ – wer weiß, was sonst noch in Ihnen schlummert.

Und noch eine Idee: Wie wäre es, wenn Sie sich (wenn nicht schon vorhanden) ein Haustier zulegen? Natürlich sollte dieser Schritt gut überlegt sein, denn mit der Haltung von Haustieren geht man auch Verpflichtungen ein. Ob Hund oder Katze, Hamster oder Kaninchen – Das Halten von Haustieren kann wie Balsam für die Seele sein. Haustiere sind unvoreingenommene Begleiter, die Ihnen Zuneigung schenken, wenn Sie sich um sie kümmern. So haben Sie eine lohnende Aufgabe.

Hadern Sie nicht mit Ihrem Schicksal. Wenn Sie das Gespräch suchen, werden Sie feststellen, dass Sie nicht allein sind. Entdecken Sie neue Perspektiven, die Ihren Alltag bereichern. Schränken Sie sich nicht selber ein, weil Sie glauben, dass Sie dies oder das nicht können.

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Meike hat 2010 selber eine MS-Gruppe gegründet und erzählt davon in dieser Podcast-Folge:

Kurz nach ihrer MS-Diagnose suchte Meike einen Austausch mit anderen MS-Erkrankten. Es gab leider keine entsprechende Gruppe bei ihr in der Gegend. Ihr Motto: “Du bist bestimmt nicht die Einzige hier bei uns in der Gemeinde!” Und deshalb gründete sie selber eine MS-Gruppe, um den Austausch untereinander zu fördern.

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Florian, 27, über seine MS-Diagnose und seine Vorstellungen von seiner Zukunft mit Familie und Beruf:

„… Und ich möchte auch in Zukunft einfach immer sagen: Es geht immer weiter. Ich war vor kurzem auf einer Reha, da hab ich auch kennengelernt: Es geht, es geht alles, aber es geht halt anders. … Einfach das Beste aus meinem Leben machen.“