Die Gründe für einen persönlichen beruflichen Wechsel oder Neuanfang können vielfältig sein – und vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, über einen anderen Job oder einen anderen Beruf nachzudenken? Dann überlegen Sie sich Ihre Ziele für die Neuorientierung.

Es ist leicht zu sagen, was man nicht will – schwerer ist es zu sagen, was man will: Wo liegen die eigenen Interessen, Schwerpunkte, Fähigkeiten und die persönlichen Stärken? Kommt noch eine Einschränkung durch eine Krankheit dazu, muss diese auch mit bedacht werden. Und eventuell müssen Sie mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Arbeitsaufnahme, z.B. seitens des Integrationsamtes, für Ihren persönlichen Fall herausfinden. Gut informiert zu sein ist hier oberstes Gebot!

In den Fällen, in denen ein völlig neues Konzept von Berufstätigkeit entwickelt werden soll, z.B. aufgrund einer krankheitsbedingten Einschränkung, kann es durchaus sinnvoll sein, sich professionell beraten zu lassen, z.B. durch einen Coach. Oft reichen schon wenige Treffen aus, um die Richtung zu bestimmen und eine Strategie zu entwickeln. Wenn Sie diese Hilfe in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie vorher über die Arbeitsagentur anfragen, ob Sie hierfür Unterstützungen erhalten können. Manche Niederlassungen der Arbeitsagentur bieten auch Bewerbungsseminare an, deren Ziel es ist, die Teilnehmer auf die Bewerbungssituation vorzubereiten und auch die Berufsfindung zu unterstützen. Manch einem hilft auch ein Berufsfindungstest weiter.

Wenn Sie wissen, wohin die Reise gehen soll, heißt es, eine Strategie und Taktik zu entwickeln und Ihr Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren. Aber auch Durchhaltevermögen ist jetzt gefragt! Nicht jeder Schritt ist immer gleich ein Erfolg. Bewahren Sie sich Ihre Motivation, die Sie zu diesem Wechsel gebracht hat, denn Sie hatten ja gute Gründe dafür. Geben Sie nicht auf, auch wenn es nicht immer einfach ist: Bewerbungen schreiben, eventuell Gründungspläne für die Selbständigkeit prüfen lassen (z.B. bei Handwerks- oder Handelskammer), Gründerseminare, Messen und Ausstellungen besuchen, bei Integrationsämtern nachfragen, welche Maßnahmen ggf. für Sie infrage kommen ... Es gibt so viel zu tun!

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