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Pertussis

Die STIKO hat im Juli 2006 ihre Empfehlungen erweitert und empfiehlt wegen der zunehmenden Inzidenz der Erkrankung nach der Grundimmunisierung eine zusätzliche Boosterung im 5. bis 6. Lebensjahr sowie eine regelmäßige Auffrischungen bei Jugendlichen. Erwachsene mit Kontakt zu Kleinkindern sollten Auffrischungen möglichst alle zehn Jahre als tetravalente Impfungen mit Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis erhalten. Studien, die das Risiko einer Exazerbation von MS bewerten, existieren nicht.

Pneumokokken

Eine Impfung gegen Pneumokokken wird von der STIKO für Patienten ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Zudem besteht für Patienten mit Asplenie oder eingeschränktem Immunsystem ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Vor einer geplanten immunmodulatorischen Therapie der MS sollte deshalb eine Impfung in Betracht gezogen werden, auch wenn Studien zur Verträglichkeit der Impfung bei MS fehlen.

Poliomyelitis

Nachdem Deutschland als poliofrei gilt, ist eine Auffrischung der Schutzimpfung gegen Poliomyelitis im Erwachsenenalter nicht notwendig. Lediglich bei Reisen in Endemiegebiete ist eine Auffrischung ratsam. Die Datenlage zur Risikobeurteilung bei MS für den in Deutschland verwendeten Totimpfstoff (IPV) wie auch für den früher verwendeten Lebendimpfstoff (Sabin) ist nicht ausreichend. In einer prospektiven Untersuchung von 20 Patienten, die mit dem Sabin-Lebendimpfstoff behandelt wurden, zeigte sich kein Hinweis auf eine Verschlechterung der MS.